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Bleckeder Kleinbahn – Engagement, Verantwortung und Zukunftsperspektive

Die Bleckeder Kleinbahn blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück: Von der schmalspurigen Kreisbahn (1895) über den Umbau auf Normalspur (1919) bis zur Eingliederung in die OHE – Osthannoversche Eisenbahnen AG – (1944). 1977 endete der planmäßige Personenverkehr, 2004 fuhr der letzte reguläre Güterzug.

Als 2009 die Stilllegung drohte, gründeten engagierte Verkehrsfreunde die heutige Bleckeder Kleinbahn GmbH als Tochtergesellschaft der AVL – Arbeitsgemeinschaft Verkehrsfreunde Lüneburg e.V. – und übernahmen die Strecke auf Pachtbasis von der OHE. Mit großem ehrenamtlichem Einsatz wurde sie ab 2011 wieder befahrbar gemacht. Heute ist sie mit jährlich deutlich über 10.000 Fahrgästen ein wichtiger Bestandteil der touristischen Infrastruktur im Landkreis Lüneburg.

Die Strecke ist technisch anspruchsvoll. Historische Holzschwellen, alte Schienenprofile und aufwendige Instandhaltung erfordern enorme ehrenamtliche Leistungen und erhebliche finanzielle Mittel. Schrittweise erfolgt deshalb der notwendige Umbau auf Betonschwellen im Schotterbett, um die Betriebssicherheit langfristig zu gewährleisten. Doch allein aus eigener Kraft wird der dauerhafte Erhalt der Strecke kaum möglich sein.

Umso wichtiger ist die Perspektive einer Reaktivierung als Regionalbahn. Begleitende Untersuchungen prognostizierten eine Fahrzeit von rund 23 Minuten zwischen Bleckede und Lüneburg sowie ein Potenzial von etwa 2.000 Fahrgästen täglich. Gerade mit Blick auf die hohe Zahl von Pendlern aus dem Ostkreis Lüneburg würde eine Reaktivierung der Strecke einen echten Mehrwert für Wirtschaft, Klimaschutz und Mobilität im ländlichen Raum bieten.

Beim „Tag der Reaktivierung“ haben wir gemeinsam am 29. Juni 2025 mit zahlreichen Bürgern, Vertretern aus Bundestag und Landtag, dem Landrat, Bürgermeistern, Kreistags- und Ratsmitgliedern sowie mit dem VCD Elbe-Heide und der AVL ein starkes Zeichen für einen nachhaltigen ÖPNV in unserer Region gesetzt. Parteiübergreifend wurde deutlich gemacht: Wer eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Verkehrswende im ländlichen Raum ernsthaft will, muss die notwendigen Rahmenbedingungen auf Landes- und Bundesebene schaffen.

Aktuell liegt die Strecke Lüneburg–Bleckede trotz guter Prognosen landesweit nur knapp hinter den fünf priorisierten Projekten. Das Ziel einer Reaktivierung darf deshalb nicht aus dem Blick geraten. Gleichzeitig braucht es Unterstützung und ein tragfähiges Konzept für die weitere Instandhaltung, denn die finanziellen Möglichkeiten der AVL sind begrenzt.

Für uns ist klar: Aufgeben ist keine Option. Die Bleckeder Kleinbahn ist mehr als eine Museumsbahn – sie ist Teil unserer regionalen Identität und bietet echte Zukunftschancen für nachhaltige Mobilität.

Die Lok 46-01, Baujahr 1955 im Bleckeder Bahnhof
Lok = 46-01
Baujahr 1955, Stangenlokomotive MaK 600D, gebaut bei MaK (Maschinenbau Kiel)
Höchstgeschwindigkeit 60 km/h
Erworben 1989 von der WZTE (Wilstedt-Zeven-Tostedter Eisenbahn).
Die Lok gilt als typisches Beispiel für den Güterzugverkehr auf NBE (Nicht bundeseigene Eisenbahnen = Privatbahnen) der Nachkriegszeit.
Triebwagen VT 0508 der Bleckeder Kleinbahn.
Triebwagen = VT 0508
Baujahr 1937, „Wismarer Schienenbus Bauart Hannover Typ A
(Wismar 20299)
Höchstgeschwindigkeit 45 km/h
Auslieferung 12/1937 an die WEH (Kleinbahn Winsen-Evendorf-Hützel) als T3.
Mit dem Zusammenschluß der Kleinbahnen vom Juli 1944 zur OHE Übergang an die OHE. Anschließend Verbleib bei der OHE für Ausflugsfahrten. Im Februar 2022 Erwerb durch die AVL. Der Triebwagen ist mithin ein echtes Original der OHE…
Ein zweites Exemplar (VT 509) befindet sich im Bestand des VVM, er kommt nach Generalinstandsetzung seit 2024 wieder zwischen (Kiel) – Schönberg und Schönberger Strand zum Einsatz. Der dortige VT 0509 ist das einzige noch erhaltene Exemplar der Bauart Hannover Typ C. Er ist Baujahr 1933 und wurde ausgeliefert an die Bleckeder Kleinbahn als T2. Der VVM hat das Fahrzeug 1966 übernommen, es trägt bis heute die originalgetreue, seitliche Aufschrift „Bleckeder Kleinbahn“.